Veranstaltungen bis April 2012

Das Programmfaltblatt  für Januar bis April 2012 gibt es hier als PDF zum Download. > Mausklick

Januar 2012
Vortrag

Mittwoch, 18. Januar 2012, 20.00 Uhr


Lilia Antipow M.A., Universität Erlangen
Schejner Jid – “Muskeljude” – sowjetischer Held.
Bilder jüdischer Männlichkeit zwischen Tradition und Moderne

Mit dem Bild des “schejnen Jid” (“schönen Juden”) legen Texte der jüdischen Tradition Definitionen der jüdischen Männlichkeit fest. Das Wort “Schönheit” beschreibt, anders als es suggeriert, in erster Linie “Seeleneigenschaften”. Der “schejne Jid” steht für Frömmigkeit, traditionelle jüdische Bildung und Gelehrsamkeit, für soziales Engagement, materielle wie nicht-materielle Wohltaten. Das äußere Erscheinungsbild des jüdischen Mannes, die physische Schönheit – diesen Werten nachgeordnet – erscheint als Ausdruck der inneren Schönheit.

Ein Bauer oder ein Soldat sollte er sein, arbeitsam und produktiv, kriegerisch und heroisch, männlich und gesittet, ausgestattet mit einem starken Willen und jeder Angst entsagend, körperlich schön, gesund und stark – so beschrieben dann Führungspersönlichkeiten des Zionismus, wie Theodor Herzl und Max Nordau, den Neuen Juden. Nordau prägte dafür die Metapher des “Muskeljuden”. Der jüdische Held wurde zum anthropologischen und ethischen Projekt des Zionismus, ein Identitätsangebot an Juden in der Diaspora, Bestandteil und Voraussetzung für ihre nationale und politische Emanzipation, für den nationalen Aufbruch und die jüdische Staatsgründung. Dabei handelte es sich beim Muskeljuden um ein Gegenbild zum “Galuth- und Gettojuden”, der, wie der zionistische Diskurs nahelegte, durch seine religiösen Überzeugungen zur Passivität, Demut und Willenlosigkeit gezwungen worden sei. Zugleich war er Antipode zum “weibischen Juden” des Antisemitismus und dem “entarteten” Menschen der europäischen “Dekadenz”. Auch andere politische und gesellschaftliche Gruppen und Bewegungen im Judentum, wie der Allgemeine jüdische Arbeiterbund von Litauen, Polen und Russland, betrachteten den Helden als ihr Menschenideal und als die anthropologische und ethische Grundbedingung für die Verwirklichung ihrer politischen und sozialen Visionen, nur dass er sich ihnen beispielsweise als heroischer Arbeiter und Revolutionär präsentierte. In Russland entdeckten linke politische Kreise den jüdischen Helden bereits vor 1917. Nach der Revolution setzte sich dieser Diskurs in der jüdischen und russisch-jüdischen Kultur fort, wofür die Figur des Neuen Juden als sowjetischer Held stand. Der Vortrag betrachtet einige Konzeptionen jüdischer Männlichkeitim historischen und kulturellen Wandel und erörtert sie anhand von Beispielen aus Kunst, Literatur und Film, aus politischer Ikonografie und Werbung der Länder der jüdischen Diaspora.

Ort:
Heilig-Geist-Haus - - Hans-Sachs-Platz 2
90403 Nürnberg (3. Stock)

Vortrag in Kooperation mit dem
Jüdischen Museum Franken in Fürth

Dienstag, 31. Januar 2012, 19.30 Uhr

Rabbinerin Elisa Klapheck, Frankfurt am Main
Raschis Töchter.
Gelehrte jüdische Frauen im alten Aschkenas

Schon im Mittelalter gab es eine jüdische Frauenbewegung, die bereits manches von dem praktizierte, was jüdische Feministinnen sich erst wieder erkämpfen mussten. Frauen trugen nachweislich den Tallit, hielten eigene Gottesdienste, lernten Talmud. Erst in jüngster Zeit ist uns das Erbe berühmter jüdischer Frauen im Mittelalter bewusst geworden.Rabbinerin Elisa Klapheck wird uns in die Welt der Töchter Raschis und ihrer Zeitgenossinnen einführen.

!!! Bitte beachten:
Der Vortrag findet im Jüdischen Museum Franken in Fürth statt !!!

Ort: Jüdisches Museum Franken in Fürth
Königstraße 89
90762 Fürth

 

Februar 2012
Vortrag

Mittwoch, 8. Februar 2012, 20.00 Uhr

PD Dr. Alfred Klepsch,
Ostfränkisches Wörterbuch, Bayreuth
Sprachinseln in Mittelfranken.
Jenisch und Lachoudisch

Der Sprachwissenschaftler Alfred Klepsch zeigt die historische Entwicklung und Vielfalt jiddischer Dialekte in Franken und wie viel Jiddisch auch heute noch hier vorhanden ist. Dabei geht es vor allem um die Viehhändlersprache Jenisch, die in Schillingsfirst gesprochen wurde, und um das Schopflocher Lachoudisch.

Ort:
Heilig-Geist-Haus -  Hans-Sachs-Platz
290403 Nürnberg (3. Stock)

 

März 2012
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

Mittwoch, 14. März 2012, 20.00 Uhr


Tagesordnung (vorläufig):
1. Begrüßung
2. Bericht  des Vorsitzenden und Aussprache
4. Bericht der Schatzmeisterin und Aussprache
5. Bericht der Kassenprüfer und Aussprache
6. Entlastung
7. Bildung eines Wahlvorstands
8. Neuwahlen:
- Wahl eines/r Vorsitzenden
- Wahl von zwei Stellvertretern/innen
- Wahl eines/r Schatzmeisters/in
- Wahl eines/r Schriftführers/in
- Wahl von bis zu vier BeisitzernWahl von zwei Kassenprüfern
9. Mitgliedsbeiträge
10. Sonstiges

Ort:
Heilig-Geist-Haus - Hans-Sachs-Platz 2
90403 Nürnberg (3. Stock)

 

Vortrag

Mittwoch, 22. März 2012, 20.00 Uhr

Dieter Krabbe, Nürnberg

Papst Benedikt XVI. und die Juden.
Eine kritische Würdigung seiner beiden Jesus-Bücher

Joseph Ratzingers Buch “Jesus von Nazareth” (Teil 1) erschien 2007 in 32 Sprachen, allein in Deutschland in einer Erstauflage von 150.000 Exemplaren – es sorgt für kontrovers Diskussionen in der Fachwelt. Will der Papst darin uralte Dogmen untermauern? Wird er mit seinem Ansatz der neuen Jesus-Forschung überhaupt gerecht?
Dieter Krabbe, seit langem Mitglied im “Forum”. Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen, die sich um ein neues Verhältnis zwischen Juden und Christen bemühen. Einige Jahre als Pfarrer an der Erlöserkirche in Jerusalem. Buchveröffentlichung: “Freuet euch mit Jerusalem. Jüdisches Leben, Denken und Gedenken. Eine Einführung” (1995).Seit 2007 Lehrauftrag für Judentum an der FAU Erlangen-Nürnberg.

Ort:
Heilig-Geist-Haus - Hans-Sachs-Platz 2
90403 Nürnberg (3. Stock)

 

April 2012
Vortrag

Mittwoch,18. April 2012, 20.00 Uhr

Monika Berthold-Hilpert, Jüdisches Museum Franken
Die Ortenaus – eine fränkisch-jüdische Familiengeschichte

Monika Berthold-Hilpert, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Jüdischen Museum Franken, beleuchtet die Geschichte der fränkisch-jüdischen Familie Ortenau, die sich in Fürth ansiedelte,  zwischen Assimilation und jüdischer Tradition.

Ort:
Heilig-Geist-Haus - Hans-Sachs-Platz 2
90403 Nürnberg (3. Stock)

 

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